Zusammenarbeit stärken, Digitalisierung gemeinsam gestalten. Wo stehen die Gemeinden heute?
Die digitale Transformation stellt die Schweizer Gemeinden vor grosse Herausforderungen. Gleichzeitig bietet sie die Chance, Dienstleistungen effizienter zu gestalten und Ressourcen gezielter einzusetzen. Die Gemeindeumfrage 2026 von Myni Gmeind, dem Schweizerischen Gemeindeverband (SGV) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zeigt: Die Gemeinden wollen die digitale Transformation vermehrt gemeinsam angehen und wünschen sich dabei mehr Koordination, Standards und Unterstützung. An der Erhebung haben 639 Gemeinden teilgenommen, rund 30 Prozent aller Schweizer Gemeinden. Der Schwerpunkt der diesjährigen Umfrage lag auf der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden sowie auf der Einführung der elektronischen Identität (e-ID).
Zusammenarbeit ist erwünscht:
62 Prozent der Gemeinden möchten die digitale Transformation gemeinsam mit anderen Gemeinden vorantreiben. Besonders geschätzt werden der Austausch von Wissen, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und die Möglichkeit, voneinander zu lernen.
Die Umsetzung bleibt anspruchsvoll:
Trotz des klaren Wunsches nach Kooperation stösst die Zusammenarbeit in der Praxis oft auf Hindernisse. Unterschiedliche IT-Systeme, begrenzte Ressourcen und der Wunsch nach kommunaler Autonomie erschweren gemeinsame Projekte.
Ressourcen besser bündeln:
Die Umfrage zeigt, dass nicht primär fehlende Ressourcen das Problem sind, sondern deren mangelnde Bündelung. Viele Gemeinden sehen in gemeinsamen Lösungen und Kooperationen grosses Potenzial.
Klare Standards und bessere Koordination gefragt:
Die Gemeinden wünschen sich von Bund und Kantonen einheitliche Standards, stärkere Koordination und eine klarere Kommunikation. Insbesondere parallele Projekte und unterschiedliche Lösungen werden kritisch beurteilt.
e-ID: Hoher Informationsbedarf
Die e-ID wird grundsätzlich als wichtiger Bestandteil der digitalen Verwaltung wahrgenommen. Gleichzeitig geben rund 70 Prozent der Gemeinden an, heute noch über zu wenig Informationen zu verfügen, um die Auswirkungen und die konkrete Umsetzung ausreichend beurteilen zu können.
Digitalisierung als Gemeinschaftsaufgabe
Die Resultate zeigen: Die Gemeinden sind bereit, gemeinsam an der digitalen Transformation zu arbeiten. Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, braucht es Kooperation, Wissensaustausch und koordinierte Rahmenbedingungen. Nur so lassen sich Doppelspurigkeit vermeiden und nachhaltige digitale Lösungen schaffen.
Durchführung und Partnerschaft
Myni Gmeind, Schweizerischer Gemeindeverband (SGV), Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), mit finanzieller Unterstützung der Digitalen Verwaltung Schweiz (DVS), Swisscom, Abraxas, Softcom. Herzlichen Dank an unsere Partner!
Medienmitteilung: hier
Präsentation der Resultate 2026: hier
Die Resultate der vergangenen Gemeindeumfragen finden Sie hier:
GOV-Digital-Check
Wie digital ist Ihre Gemeinde, Stadt, Kanton oder öffentliche Verwaltung?
Digital-Ratgeber
Welche Frage zur Digitalen Transformation, Datenschutz oder Cybersicherheit, E-Government oder Bildung haben Sie?
Kompetenz-Kurse
Mit den Kompetenz-Kurse eignen Sie sich mit geringem Aufwand das nötige Basiswissen an, um Ihre Gemeinde in der Digitalisierung weiterzubringen.
Erfa Rückblicke
Der Erfa (Erfahrungs- und Fach¬austausch) ist eine monatlich stattfindende Veranstaltung, die den Austausch von Erfahrungen und Best Practices zwischen Gemeinden ermöglicht. Dabei kommen Fachleute und Vertreter aus verschiedenen Bereichen zusammen, um voneinander zu lernen, aktuelle Themen zu besprechen und Lösungen für gemeinsame Herausforderungen zu entwickeln. Der Erfa fördert den Dialog und unterstützt die Weiterentwicklung von Gemeinden durch praxisnahe Erkenntnisse und neue Impulse.